Das braucht ihr für eure eigenen Samenbomben:

  • Saatgut
  • Garten- oder Blumenerde
  • Lehmpulver
  • Wasser
  • eine große Schüssel

Alles zusammen? Dann kann es schon losgehen!

In der Schüssel mischt ihr einen guten Teil Erde mit dem Lehmpulver in etwa in dem Verhältnis 3:1 (also drei Teile Erde und ein Teil Lehmpulver).

Wir hatten unser Saatgut letzten Monat schon selbst gemischt mit verschiedenen selbst gewonnen Samen (Mohn, Ringelblume, Kornblume u.Ä.). Ihr könnt natürlich ganz unterschiedliche Samen verwenden. Am schönsten und widerstandsfähigsten sind allerdings die einheimischen Arten. Tristan nahm nun vier Händchen voll von diesem Saatgut. Bei der Menge ist es nur wichtig, dass ihr nicht allzu viel nehmt, damit die einzelnen Blümchen später genügend Platz haben, um sich auszubreiten.

Nun kommt für Kinder der spannendste und lustigste Teil: das Wasser! Während man nun die ganze Masse vermischt wird das Wasser langsam dazu gegeben bis es eine gleichmäßige, formbare und nicht zu feuchte Masse entsteht. Tristan hat sich an dieser Stelle dann ausgeklinkt und weiter mit Lehmpulver und Wasser gematscht 😉 Ich habe in der Zwischenzeit unsere Erde-Saatgut-Mischung zu Kugeln geformt und zum Trocknen zur Seite gelegt.

Das Trocknen sollte nun recht schnell, am besten innerhalb von zwei Tagen vonstattengehen, da ansonsten die kleinen Blumensamen in der feuchten Erde zu keimen anfangen würden. Wenn das Wetter draußen schön sonnig ist, könnt ihr die Samenbomben also gerne draußen in der prallen Sonne trocknen lassen. Ansonsten ist die Heizung die bessere Wahl 😉

Die Verpackung der Samenbomben

Als unsere Samenbomben dann trocken waren, haben wir sie umweltfreundlich in Brottüten verpackt.Tristan durfte „seine“ Samenbomben dann natürlich auch werfen – vornehmlich in Omas Garten. Dort landeten direkt fünf Stück auf einem kahlen Rasenstück. Angegossen wurden sie von Tristan natürlich auch direkt. Wenn es ums Gießen geht, kann er halt nie nein sagen.

Ursprünglich wurden die Samenbomben „erfunden“ um auf kahlen Brach- und Industrieflächen, vorrangig in der Stadt, Blütenpflanzen anzusiedeln. Das Ausbringen von Saatgut auf privatem Boden (der nicht der eigene ist) ist allerdings illegal. Diese Aktionen zählen somit zum sogenannten Guerilla Gardening. In den Städten wird es oft geduldet, man läuft aber schnell Gefahr, dass die Blumen früher oder später ohnehin einfach abgemäht werden. Der passende Ort für eine Samenbombe sollte also gut gewählt werden. Vor allem, wenn das Saatgut auf Regen als einzige Wassergabe angewiesen ist. Bei kleinen Kindern sollte man also eher Flächen wählen, die sich ohnehin im eigenen Garten befinden.

Oder noch eine schöne Idee: Viele Städte verpachten kleine Grünflächen an Anwohner, die sie dann nach Belieben mit nur wenigen Einschränkungen bepflanzen können. Einfach mal nachfragen, die Ämter sind da meist sehr offen. Und wenn man mal eine Baumscheibe vor dem Haus bepflanzen darf, ist das regelmäßige Gießen auch nicht mehr das größte Problem 😉

Ein weiteres Gegenargument für Samenbomben gibt es noch: Viele kritisieren, dass in einer Samenbombe viel zu viele Samen enthalten sind und die Pflanzen sich später sämtliche Ressourcen streitig machen. Das stimmt. Deshalb sollte man die Saatgutmenge nicht übertreiben. Aber wir sind auch der Meinung, dass, selbst wenn es nur eine Blume zur Blüte schafft, diese doch einen Grundstock für weitere Blumen in der Umgebung bilden kann. Denn die Samen verbreiten sich und haben dann vielleicht das Glück auf geeignetem Boden zu landen und im nächsten Jahr eine reichere Nahrungsquelle für Bienen und Insekten zu werden (deshalb sollte man vor allem einheimische Samen verwenden 😉 ).

Also, falls ihr euch trotz des Gegenwindes dazu entschließen solltet, noch ein paar Samenbomben herzustellen, wünschen wir euch ganz viel Spaß dabei! 🙂

Bis bald, eure Kathleen

SCHREIB UNS DEINE MEINUNG

Please enter your comment!
Please enter your name here