Wo im Mai noch schwer gearbeitet werden musste um Gemüse und Blumen rechtzeitig in die Erde zu bekommen, lässt es der Juni etwas langsamer an. Die Tage werden lang und die Gartenzeit lässt sich mehr und mehr genießen. Was es neben den Annehmlichkeiten noch zu tun gibt, zeigen wir euch hier.

Diese Aktivitäten eignen sich für den Garten im Juni: 

  • Am Insektensommer 2020 teilnehmen
  • Beeren ernten und Leckeres daraus zaubern
  • Holunderblüten ernten und verarbeiten
  • Zweijährige aussäen
  • Radieschen und Bohnen aussäen
  • Rasenschnitt zum Mulchen
  • Wechselspiel von Blattläusen und Marienkäfern beobachten
  • Tomaten ausgeizen und aufbinden
  • Verblühtes entfernen
  • Planschbecken aufstellen und mit dem Wasser gießen
  • Grillfeste feiern

Insektensommer im Juni 

Der NABU veranstaltet mittlerweile 2x im Jahr den Insektensommer. Vom 29. Mai bis zum 07. Juni sind Groß und Klein aufgerufen innerhalb einer Stunde alle Sechsbeiner zu zählen, die sie an einem Ort zu Gesicht bekommen. Da die Vielfalt der Insekten sehr groß ist, kann man sich auf acht Kernarten konzentrieren. Trotzdem lassen sich im Rahmen der Beobachtungen viele spannende Entdeckungen machen, die nicht nur Kinder faszinieren werden. Da ist der Lerneffekt garantiert! 

Leckeres aus dem Juni-Garten

Der Juni ist die Zeit der Beeren! Allen voran gibt es nun Erdbeeren in Hülle und Fülle. Kinderaugen strahlen und so manche Zwischenmahlzeit wird komplett mit den leckeren Früchtchen aus dem Garten gedeckt. Sollte doch noch etwas von den Beeren übrigbleiben, lassen sich wunderbar Marmeladen daraus kochen, die in der kalten Jahreszeit an die schönen Momente im Garten zurückdenken lassen. Auch Himbeeren, Johannisbeeren und Stachelbeeren werden jetzt reif und machen sich ausgezeichnet auf dem Kuchen.

Glücklich darf sich schätzen, wer einen Holunderstrauch sein eigen nennt. Die blühenden Dolden riechen nicht nur einzigartig toll, aus ihren lässt sich auch feiner Sirup für erfrischende Limonaden zubereiten. Die unteren Dolden sind mit Kinderhänden schnell gepflückt, oben helfen die Eltern mit. Beim Verarbeiten schwingt der Nachwuchs dann auch gern den Kochlöffel. Und wem der Sirup nicht schmeckt, der kocht aus den Blüten leckere Marmelade.

Was können wir im Juni im Garten machen?

Das meiste Gemüse ist im Juni schon längst in den Beeten und wächst fleißig. Buschbohnen und späte Stangenbohnen lassen sich jetzt aber auch noch aussäen und eignen sich aufgrund ihrer Samengröße hervorragend für Kinderhände. Radieschen machen sich als Lückenfüller gut und können später gut direkt aus dem Garten genascht werden.

Wer etwas Geduld aufbringen kann, kann jetzt die Aussaat zwei- und mehrjähriger Blumen ausprobieren. Bartnelken sind wunderschöne Schnittblumen, die von Schmetterlingen gern aufgesucht werden und Glockenblumen ganz tolle Bienenmagneten. Beide blühen erst im nächsten Jahr, an ihnen können Kinder die Insekten aber sehr gut beobachten da sie als ungiftig gelten.

So manches Kind soll in wahre Begeisterungsstürme ausbrechen, sobald es ans Rasenmähen geht. Was einigen Erwachsenen ein Graus ist, kann in Zukunft vielleicht der Nachwuchs übernehmen? Bei der Verwertung des Rasenschnitts können die Kleinen auf jeden Fall mitwirken, denn dünn ausgestreut macht sich das Grün sehr gut als Mulchmaterial in den Beeten, unterdrückt in gewissem Maße das Unkrautwachstum und fördert die Wasserspeicherkapazität des Bodens. 

Ein weiteres Übel ist für die Großen die oft einsetzende Blattlausplage im Juni. Kinder können an diesem Beispiel jedoch sehr schön lernen, wie in der Natur alles miteinander zusammenhängt. Denn schon bald werden sich die Marienkäfer einstellen und zusammen mit ihren Larven ein Festmahl halten. Ohne Blattläuse also keine Marienkäfer. Und wer möchte auf die hübschen Käfer schon verzichten? 

Wer im Sommer die ersten Tomaten ernten möchte, hilft jetzt kräftig mit, wenn es darum geht die überzähligen Triebe der Tomaten auszubrechen, das sog. Ausgeizen. Durch diese Maßnahme stecken die Pflanzen mehr Kraft in die Haupttriebe und somit ach mehr Kraft in die Fruchtbildung.

Die meisten werden sich einig sein, wenn es um die Schönheit der Rosen geht. Und so manche Kindernase ist in den Blüten schon verschwunden, um daran zu schnuppern. Damit die Blütenpracht möglichst lange anhält, wird von den großblumigen Sorten Verblühtes abgeschnitten. Die Pflanze ist so in der Lage mehr Kraft für neue Blüten aufzuwenden. Können die Kinder schon mit einer Gartenschere umgehen, dürfen sie hier wunderbar mithelfen.

An sehr warmen Tagen lohnt sich das Aufstellen eines Planschbeckens. Selbst für kleine Balkone gibt es 80 cm kleine Pools. Größere Arbeiten im Garten sollte man mit den Kindern dann aber nicht mehr planen, denn sobald sie einmal im Wasser sind, bekommt man sie nicht mehr so schnell da raus. Ganz abgesehen davon, dass Kinder ohnehin nicht unbeaufsichtigt im Wasser spielen sollten. Stellen Mama und Papa eine Liege neben das Becken, können alle den nassen Spaß genießen. Ist der Badespaß vorbei, können mit dem Wasser die Pflanzen gegossen werden, die es bei den sommerlichen Temperaturen wahrscheinlich ohnehin dringend brauchen. Einzige Voraussetzung dafür ist, dass dem Wasser kein Badezusatz zugegeben wurde (was in Kleingartenanlagen z.B. auch verboten ist).

Die Kleinen planschen im Wasser und was machen die Großen, wenn sie sich nicht gerade auf der Liege ausruhen wollen? Richtig! Sie schwingen die Grillzange und sorgen für ein deftiges Mahl vom Gartengrill. Auf dem Rost landen neben den klassischen Würstchen auch Käse, Mais und Gemüse. Leckerer kann man einen schönen Tag im Garten kaum ausklingen lassen.

Leckereien aus dem Garten, das Summen und Brummen in der Luft und auf den Blumen, dazu das Platschen von Wasser und der Duft nach Grillgut – der Sommer im Garten ist endgültig da. Genießt ihn!

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Kathleen
Kathleen gärtnert mit ihrem kleinen Sohn Tristan auf einem Hamburger Stadtbalkon und lässt uns an ihren Erfahrungen teilhaben. Auf ihrem Blog Wohnungsgarten.de gibt es weitere hilfreiche Tipps für den eigenen Balkon und das Gärtnern mit Kindern – sehr inspirierend!

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